Madonna mit Kind

Madonna mit Kind. Holzschnitt von Heribert Reul um 1938. Abgebildet in: Börger/Schroer (Hrg.): Sie hielten stand. Sturmschar im Katholischen Jungmännerverband Deutschlands. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1989, S. 63MadonnaKindcol

Holzschnitt von Heribert Reul um 1937.

Abgebildet in: Börger/Schroer (Hrg.): „Sie hielten stand. Sturmschar im Katholischen Jungmännerverband Deutschlands“. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1989, S. 63
Farbige Abbildung nach: „Jungen und junge Männer unterm Christuskreuz” – Die Sturmschar Stolberg 1928-1945; Blatt 83, Archiv des Jugendhauses Düsseldorf, Signatur 3000-41

St. Boniface London – Dokumentation

Ein gewissen Rudi hat die St. Bonifatius-Kirche in Whitechapel in London besucht und eine Dokumentation über die deutsche Kirche erstellt, die u.a. auf einen Ordner verweist, auf der neben dem Taufbecken von 1977 (p. 20) auch das von Pfarrer Felix Leushacke 1960 in Auftrag gegebene Sgrafitto „Thronender Christus und Bonifatius” zu sehen ist.

> St. Bonifatius-Kirche in Whitechapel, London
> Rudi Rocker @ Whitechapel today

Anmerkung

Diese Seiten dürfen als Homepage von Heribert Reul sen. bezeichnet werden, zitiert der 1911 geborene Heribert Reul doch immer noch gern die alte Volksweisheit: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Auch angesichts früherer Versionen dieser Internetpräsentation hat der Rechteinhaber keine Einwände geltend gemacht, mit dem Ergebnis etwa, dass seine Arbeiten in der Pfarrkirche des Schwagers Franz Schröer jahrelang mit 1968 datiert waren, wo wesentliche Arbeiten in St. Pius in Oberhausen-Sterkrade doch bereits 1963 entstanden sind.
Nun, solche Details spielen nach Lage der Dinge so oder so demnächst keine Rolle mehr. St. Pius in Oberhausen gilt seit Januar 2006 im Bistum Essen als „weitere Kirche“, was zunächst bedeutet, dass sie keine finanzielle und personelle Mittel mehr erhält. Ein Schicksal, dass St. Pius in Oberhausen – neben zahlreichen anderen Kirchen – mit der spartanisch ausgestatteten Kirche Vierzehnheiligen in Bochum-Weitmar teilt, in der weitere Werke Heribert Reuls versammelt sind. – Seine Arbeiten für Pier bei Düren aus den Jahren 1955 und 1956 dürften inzwischen den Braunkohlebaggern zum Opfer gefallen sein; das große Sgraffito, das seit 1953 den Chor der Klarissenkirche in Kevelaer zierte, konnte hingegen – wie früher schon das Fresko in der jetzigen Sakramentskapelle in Kevelaer – durch seine Abdeckung auf unbestimmte Zeit für die Nachwelt gesichert werden.
Es gibt auch Positives zu berichten. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, Heribert Reuls Arbeiten würden aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit allmählich verschwinden, was sicher viel mit Unwissenheit zu tun hat.
„Kein heimischer Künstler“ – schrieb der Kunsthistoriker Dr. Peter Lingens 1996 – „hat die religiöse und alltägliche Bildwelt der Menschen am Niederrhein mehr geprägt als Heribert Reul [...] – aber kaum einer weiß, dass die täglich gesehene Kunst von Heribert Reul geschaffen wurde.“ Dieses Problem scheint auch andernorts zu bestehen.
Wahrscheinlich trägt auch das nicht genaue Hinsehen zum Bewusstseinsschwund bei. Wer etwa meint, bei Heribert Reul vor allem eine „eher kühle Farbigkeit und Formensprache“ feststellen zu müssen, der zeigt wenig Sinn für die der Darstellung innewohnende Wärme, die in einer Kirche nicht ohne Grund streng gefasst ist.
Es gibt Anlass genug, den Spaßfaktor, der in der Unterzeile der Homepage in ursprünglicher Version mitschwang („Dokumentation zu Werk und Leben anlässlich des 90. Geburtstages“), jetzt zu Gunsten größerer Ernsthaftigkeit zurückzudrängen. Das was davon übrig bleibt – „Dokumentation zu Werk und Leben“ – ist dennoch bitte allenfalls als Ziel zu verstehen.
Seine Entwürfe hat Heribert Reul in den seltensten Fällen bezeichnet und so gut wie nie datiert. Die dieser Homepage außerdem zugrunde liegenden Werknotizen Heribert Reuls umreißen den Werksgegenstand zumeist mit einem eiligen Strich. So bedarf es einiger Anstrengung, aus Angaben wie „Sgr. Duisburg“ oder „Aruba, Karibik, Kirchenfenster“ einen kontextabhängigen Nährwert zu ziehen, zumal es auch in Duisburg mehrere in Frage kommende Kirchen gibt und „Kirchenfenster“ auf eines oder mehrere Kirchenfenster hinweisen kann. (So notiert Heribert Reul beispielsweise: „Kervenheim. Chorfenster 1968, Pfr. Nellius“. Bei direkter Überprüfung der Angabe, ermöglicht durch die Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh., darf man feststellen, dass unter „Chorfenster“ derer drei zu verstehen sind; die weiteren von ihm entworfenen Fenster in St. Antonius, elf an der Zahl, finden in Heribert Reuls eigener Werksliste keine Erwähnung.)
Heribert Reul – und jeder der sich mit seinem Werk beschäftigt – weiss ungefähr, was er geschaffen hat. Nur ist ohne Hilfe oft nicht mehr zu klären, wann und für welchen Ort oder Auftraggeber er es geschaffen hat.
Wer zu der Dokumentation etwas beitragen kann oder möchte, ist hiermit herzlich dazu eingeladen.

Bernward Reul, Juli 2007